2026
Beton, Polyester, Metall, Gummi, Acrylfarbe, DTF-Transfer
„Breasticles“ ist eine Installationsarbeit über Geschlecht, Macht und die symbolische Aufladung von Körpern. Im Zentrum steht ein hybrides, genderfluides Objektwesen – eine Verschmelzung von Brüsten und Penis –, das sich einer eindeutigen anatomischen oder geschlechtlichen Zuordnung entzieht. Die Arbeit bezieht sich auf die Ungleichbewertung von Geschlechtern, wie sie sich im alltäglichen Sprachgebrauch zeigt: „Eier haben“ steht für Mut, Stärke und Durchsetzungskraft, während „eine Pussy sein“ Schwäche und Feigheit impliziert. In solchen Redewendungen werden Körperteile zu kulturellen Zeichen: Männlich codierte Anatomie wird mit Macht verbunden, weiblich codierte Anatomie mit Verletzlichkeit oder Mangel.
Zwischen Witz, Gewohnheit und Beleidigung wird eindeutig, dass Sprache sich nicht von ihren Hierarchien trennen lässt.
WER IST JUSTINA LOS?
Justina Los, geboren 1986 in Polen, lebt und arbeitet in Berlin. Los studierte an der Akademie für Kommunikationsdesign in Köln und Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Ihre Werke sind Hommagen an ein global dysfunktionales Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, in dem die Zukunft nur denen gehört, die sie sich leisten können. Fasziniert von hyperkapitalistischen Maschinerien der Ausbeutung, verhandelt sie Abhängigkeit, Freiheitsillusionen, Dystopie, Humor und Widerstand.
2026
concrete, polyester, metal, rubber, acrylic paint, DTF transfer
“Breasticles” is an installation about gender, power, and the symbolic charge of bodies. At its center is a hybrid, gender-fluid object-being — a fusion of breasts and penis — that resists clear anatomical or gendered classification. The work refers to the unequal valuation of genders as it appears in everyday language: “to have balls” stands for courage, strength, and assertiveness, while “being a pussy” implies weakness and cowardice. In such expressions, body parts become cultural signs: male-coded anatomy is associated with power, female-coded anatomy with vulnerability or lack.
Between joke, habit, and insult, it becomes clear that language cannot detach itself from its hierarchies.
WHO IS JUSTINA LOS?
Justina Los, born in Poland in 1986, lives and works in Berlin. Los studied at the Academy of Communication Design in Cologne and media art at the Academy of Fine Arts in Warsaw. Her works are homages to a globally dysfunctional social and economic system in which the future belongs only to those who can afford it. Fascinated by hypercapitalist machinery of exploitation, she explores dependency, illusions of freedom, dystopia, humor, and resistance.